Kleingärtner-Verein Benrath e.V. Düsseldorf

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Vereinschronik

Wenn wir auf die Zeit der Vereinsgründung zurückschauen, so können wir uns heute kaum vorstellen welche Not nach dem verlorenen Weltkrieg in unserem Lande herrschte. Unerfüllbare Wiedergutmachungsforderungen den Deutschland von den Siegermächten aufgebürdet. Die Folgen waren Arbeitslosigkeit, Inflation und eine daraus resultierende Hungersnot. In der Gemeinde Benrath herrschte ab dem 13. Dezember 1918 die britische Besatzungsmacht. Benrath wurde zur "Grenzstadt", denn bei Himmelgeist verlief die durch Stacheldraht gesicherte Zonengrenze zur französischen Zone. Die Benrather Chronik berichtet u. a. "Am 13.10.1923 Plünderung von Geschäfte durch Erwerbslose. Am 17.10.1923 kostete ein Liter Milch 244 Millionen". Fast das Gleiche wie nach 1945.

In dieser Notzeit erinnerten sich Benrather Bürger wieder an eine Selbstversorgung aus dem eigenen Garten. Aber die meisten Mietwohnungen hatten keinen Garten.

Im "Paulsmühler Busch" war ein Brachland mit Krüppelföhren und wildem Gebüsch, amtliche Bezeichnung "Jagen 103a". Eine unfruchtbare, sandige Fläche. Am Ende des Geländes eine nicht begehbare morastige Senke, Flaslaach genannt. Angepflanzte Pappeln dienten zur Trockenlegung dieser feuchten Gegend. Von den Pappeln stehen einzelne Exemplare noch heute am Ende unseres Gartengeländes. Kiefern und Tannen wuchsen dort nur sehr spärlich und nach mehrmaliger vergeblicher Aufforstung hat man dieses Gelände der Natur überlassen.

Diese Wildnis war bis Ende des vorigen Jahrhunderts das Truppenübungsgelände für Ulanen und Husaren. Denn von 1830-1860 waren in der Benrather Orangerie Ulanen und von 1866-1896 Husaren stationiert. Das Gelände des heutigen Kinderspielplatzes hieß "der Kugelsberg" und war der Schießstand des Übungsplatzes.

Im Spätsommer 1921 loderte ein Waldbrand in diesem Gelände. Tagelang glühte der moorige Boden. Der so entstandene Kahlschlag sollte eine schicksalhafte Wende erfahren. Im November 1923 bemühten sich 48 mutige Benrather Männer das Gebiet als Siedlungsgelände zu erwerben. Man dachte anfangs, hier Siedlungshäuser zu errichten und das Gelände als Pachtland zu erwerben. Es bildete sich eine 5er Kommission unter der Leitung von Wilhelm Josef Päffgen. Nach vielen Hindernissen erfolgte im April 1924 mit Genehmigung der staatlichen Forstbehörde, die Gründung der "Siedlergenossenschaft Benrath Jagen 103a". Daher nennen die älteren Mitbürger unsere Anlage heute noch "die Siedlung". Die damaligen Parzellen waren 3-4 mal so groß wie die jetzigen Gärten.

Unser heutiger Vereinsplatz mit dem Vereinshaus war seinerzeit eine Gartenparzelle. Aber, bereits vor der Geländeaufteilung im Jahre 1924, wurden die noch heute bestehenden zwei Hauptwege angelegt: "Der Böhme- und der Päffgenweg". Häuser und Lauben durften nicht errichtet werden. Es war zunächst reines Grabeland.

Die Mühen der Rodungsarbeiten können wir uns heute kaum noch vorstellen. Von einem Gründungsmitglied wurde dem Chronisten berichtet: "Eine Quälerei war die Rodung der Baumstubben mit einfachstem Werkzeug und der ständige Kampf gegen die widerspenstigen Quecken. Die abgestochenen Queckenrasen wurden aufgeschichtet, mit Brettern und Teerpappe abgedeckt und zu Queckenbuden umfunktioniert, um darin Gartengeräte zu lagern und bei Unwetter hineinzukriechen".

Alte Vereinsaufzeichnungen berichten, dass die Gartenfreunde trotz harter Ursprungsarbeit, auf ihren Parzellen glücklich waren und im Sommer frohe Feste feierten. Der Kreis der Interessenten wurde immer größer und die Aussichten auf eine Bebauung schwanden mehr und mehr, bis ein Verbot die Erstellung von Siedlungshäuser für alle Zeit untersagte. Man verkleinerte die großen Parzellen, von ca. 1.000-1.200 qm, auf die Hälfte. Später erfolgtenweitere Teilungen auf die vorschriftsmäßigen Größen von ca. 250-400 qm.

Nach dem die Genehmigung zum Bau der geplanten Siedlerhäuser nicht zu erreichen war, erfolgte die Umbenennung in Kleingärtner-Verein Benrath. In den Jahren 1928/29 wurde unter anderem aus den ausrangierten Schulbänken der Volksschule an der Oststraße (heute Einsiedelstraße) ein Gemeinschaftshaus (das jetzige Vereinshaus) errichtet.

Aus den Gründungsjahren wird berichtet: "Kartoffeln gab es in Hülle und Fülle. Um aber von der Ernte etwas mitzubekommen, musste von Mai bis Oktober eine Nachtwache aufgestellt werden". (Auch in den Jahren 1945 bis 1949 wurden die Gärten von je vier Kleingärtner zwischen 22:30 und 5:30 Uhr bewacht). Übernachtet wurde im Vereinshaus.

Heute muss noch mit Dank dieser Männer gedacht werden, die durch ihren selbstlosen Einsatz den Grundstock für die grüne Oase im Benrather Industriegebiet gelegt haben. Wilhelm Josef Päffgen, genannt "Siedlungsvater", hat den Aufbau des Vereins geleitet. Sein Name wird mit der Geschichte unseres Vereins stets verbunden bleiben.

Nach den schweren Aufbaujahren haben sich immer wieder Männer gefunden, die in selbstlosem Einsatz, zum Wohle der Mitglieder und deren Familien, den Verein verständnisvoll leiteten.

Anfang des zweiten Weltkrieges hatte sich die Gartenanlage gut entwickelt und wurde von den Benrather Bürgern als wesentlicher Bestandteil ihrer Gemeinde betrachtet.

Das erweiterte Vereinsheim, inzwischen eine Vereinsgaststätte mit einem schattigen Biergarten, war (und ist noch heute) ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer, Reiter und Radfahrer.

Ein weiterer Name muss noch lobend erwähnt werden: "Ernst Böhme". Er hat den Verein über den Krieg und dessen Folgen vorbildlich geführt. Über die Probleme und Nöte der Kriegs- und Nachkriegszeiten wird in den Protokollen berichtet: "Versammlungen musste wegen Fliegeralarm abgebrochen werden. Von April bis September 1945 durften keine Monatsversammlungen stattfinden. Um Gartenkalk aus Wülfrath zu erhalten, mussten erst vier Zentner Kartoffeln geliefert werden. Sämereien und Saatkartoffeln gab es, je nach Größe der Gärten, nur auf amtlichen Gutscheinen. Gartenmitglieder, politisch belastet, waren zu kündigen". 1946 hatte der Verein 94 Mitglieder.

Nach mehr als 9 Jahren übergab Ernst Böhme aus Altersgründen am 5.1.1950 die Geschicke des Vereins in jüngere Hände. Dem neuen Vorsitzenden Franz Nitsch wurden andere Aufgaben, als den Vorgängern, abverlangt. Zwischenzeitlich hatten sich die Auffassungen und Gesetze über das Kleingartenwesen wesentlich geändert. Die Zeit des reinen Nutzgartens war vorüber. Die Gärten und Lauben wurden (und werden) zur Erholung benutzt. Franz Nitsch hat es mit seiner lauteren und humorvollen Art verstanden, diese nicht immer leichte Aufgabe zu bewältigen. Unter seiner Leitung leistete der Verein nach dem Kriege einen großen Teil der Aufbauarbeit.

Am 22.2.1953 übernahm Grtfr. Spielmann den 1. Vorsitz. Unter seiner Führung wurden die Gartenfeste zum Höhepunkt des Vereinsjahres und, dank der guten Organisation des langjährigen Kassierers Willi Handlos, kam dabei meist (wenn auch das Wetter mitspielte) ein guter finanzieller Gewinn heraus.

Von 1956 bis 1959 war Franz Nitsch erneut 1. Vorsitzender. Aus dieser Zeit stammte u. a. der Küchenanbau.

In den nachfolgenden Jahren geschah in Deutschland das "Wirtschaftswunder". Eine Motorisierungswelle erfasste das Volk. Straßen und Autobahnen wuchsen wie Pilze aus dem Boden. Zur Entlastung der Autobahn A3 plante man die A59. Die Autobahntrasse der A59 sollte durch unser Gartengelände führen. Alle Gärten bis zum Vereinshaus wären dieser Planung zum Opfer gefallen. Als Ausgleich wurde dem Verein Waldgelände am Ende der Gartenanlage angeboten, die frühere sumpfige "Flaslaach". Dank der energischen Proteste von Vorstand, Stadtverband und der Landesforstbehörde konnte man gemeinsam dieses Vorhaben abwenden. 1970 hat der Verein in weiser Voraussicht beim Beginn der Aufschüttung ein Stahlschutzrohr für einen geplanten späteren Wasseranschluss auf eigene Kosten verlegt.

Bereits 1972 erfolgte durch die Stadtwerke der Anschluss an das Trinkwassernetz. Im März 1973 unternahm das Städt. Gartenamt eine Gartenbegehung, um zu kontrollieren, ob auch alle Gärten ans Wasserleitungsnetz angeschlossen waren, eine zwingende Vorschrift. Das rechtzeitige Verlegen des Schutzrohres hat dem Verein einige tausend DM Anschlusskosten erspart.

In den 87 Jahren haben sich immer wieder Gartenfreunde bereit erklärt, die nicht immer leichte Vereinsführung zu übernehmen. Zu nennen wären u. a. Peter Lange, Herbert Schneider, Paul Ulrich, Manfred Hillenbrand, Willi Wiesen, Hannelore Prumbaum, Volker Hübner, Hermann Nickl und heute Heinz-Jörgen Rothländer. Aber, ohne die tatkräftige Hilfe von einem stets treuen Stamm arbeitswilliger Gartenmitglieder bei Vorstands- und Pflichtarbeiten und darüber hinaus, hätte kein Vorsitzender bestehen können.

Anfang der 80er Jahre war die vom Gesetz vorgeschriebene Teilung der letzten "Großgärten" abgeschlossen und der Kleingärtner-Verein Benrath hatte seine heutige Mitgliederzahl von 130 erreicht.

Wichtige Neuerungen haben der Verein und seine Mitglieder auch in den letzten Jahrzehnten immer wieder hervorgebracht. So begann man 1982 mit der Befestigung der Wege und des Vereinsplatzes, richtete später eine Außenbeleuchtung im Gartengelände ein und im März 1988 war es dann soweit. Die neue Toilettenanlage, direkt im Anschluss an das Vereinshaus, konnte unter Leitung des 1. Vorsitzenden Manfred Hillenbrand eingeweiht werden. Ein Jahr später folgte die Renovierung des Vereinszimmers und es entstand das Elektrohaus.

Mit großer Erleichterung wurde unter Vorsitz von Hannelore Prumbaum Anfang 1996 die komplette Renovierung und Umgestaltung von Küche und Thekenbereich in Angriff genommen. Im März waren die Hauptarbeiten abgeschlossen. Räume und Einrichtungen entsprachen nunmehr den gesetzlichen Vorschriften. 1998/99 folgte mit der Renovierung der beiden Räume einschließlich neuer Fenster in der rückwärtigen Front ein vorläufiger Abschluss der Erneuerungsmaßnahmen im Vereinshaus.

Eine weitere wichtige Aufgabe ließ nicht lange auf sich warten. Bereits am 15.Oktober 2000 beschloss die Mitgliederversammlung mit einer Mehrheitsentscheidung die Verstromung der gesamten Gartenanlage. Mit der Kabelausgabe am 6.1.2001 waren schon die ersten Erdarbeiten auszumachen. Unter großem Einsatz und überwiegend in Eigenleistung der Vereinsmitglieder konnte am 28. April 2001 der erste Garten und am 17.Mai 2001 bereits 126 der 130 Gärten an das Stromnetz angeschlossen werden. Die hoch verdiente Abschlussfeier für alle Helfer fand dann am 20. Mai 2001 im Vereinshaus statt.

Wie nicht anders zu erwarten, drängte die Stadt als Verpächter von Grund und Boden auf eine Kanalisierung. Wieder mussten Gelder in die Hand genommen werden, um den Vorgaben auch hinsichtlich der Dringlichkeit zu entsprechen. Der dafür notwendige Kanalanschluss besteht leider nicht und ist auch in naher Zukunft nicht zu erwarten. Deshalb war eine "machbare Lösung" zu finden und konnte in Form von Auffangbecken in die Tat umgesetzt werden. Mit der Firma Crone, Velbert, wurde schließlich ein Unternehmen gefunden, das im Gelände die notwendigen Arbeiten im Frühjahr 2010 ausführte. Insgesamt 5 Auffangbecken (einschl. Vereinshaus) mit den entsprechenden Abwasserrohren, Revisionsschächten und den Anschlüssen für die einzelnen Gärten waren auf den zwei Hauptwegen Böhme- und Päffgenweg zu installieren. Die erforderlichen umfangreichen Anschlussarbeiten innerhalb der Gärten wurden von den Gartenmitgliedern komplett in Eigenleistung erbracht.

 

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Stand: 02.08.2019